Grauer Star

Die Erkrankung

Der Graue Star, auch bekannt als Katarakt, ist eine Erkrankung des Auges, die zu einer Eintrübung der Linsen führt. Die Krankheit verläuft meist schleichend über Jahre hinweg, kann jedoch in fortgeschrittenen Fällen bis zur vollständigen Erblindung führen. Erste Symptome sind oftmals eine starke Blendempfindlichkeit, sowie schleierhaftes Sehen. Die Betroffenen nehmen ihre Umwelt zudem farbenloser und kontrastärmer wahr. Grauer Star ist in den meisten Fällen eine Alterserscheinung und wird dann deshalb auch Alterskatarakt genannt. Seltenere Ursachen sind Augenverletzungen, bestimmte Medikamente oder Diabetes mellitus. Vereinzelt kann Grauer Star, aufgrund eines erblichen Defektes oder einer Rötel-Infektion während der Schwangerschaft, auch bereits bei der Geburt vorhanden sein. Mehr Informationen zu den verschiedenen Diagnostikmethoden finden Sie unter Diagnostik

Die einzige Möglichkeit den Grauen Star wirkungsvoll zu behandeln ist ein operativer Linsenaustausch. Kataraktoperationen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Operationen in der gesamten Medizin. Der Eingriff bei dem die eingetrübte Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt wird, wurde in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und verbessert. In den meisten Fällen erfolgt der Linsenaustausch in der Augenarztpraxis in München-Grünwald ambulant und ist für den Patienten absolut schmerzfrei. Wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation des Grauen Stars gekommen ist, hängt ganz vom individuelle Befund ab und muss für jeden Patienten individuell mit Dr. Marcus Kernt festgelegt werden.

Die Behandlung

Bei einer Kataraktoperation wird die körpereigene, eingetrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt. Die Operation wird in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt, so dass der Patient bereits kurz nach dem Eingriff nach Hause darf. Bei besonders ängstlichen Patienten kann der Eingriff aber auch unter Vollnarkose durchgeführt werden. Medizinisch ist dies jedoch in den aller meisten Fällen nicht vonnöten. Um die eingetrübte Linse zu entfernen, wird zu Beginn der OP ein winziger Schnitt in die Hornhaut gesetzt. Dieser Schnitt liegt im Millimeterbereich und ist bereits nach kurzer Zeit wieder vollständig verheilt, sodass mit keinerlei Einschränkungen zu rechnen ist. Ist dieser Schnitt gesetzt, wird die Linse meist mittels Hochfrequenz-Ultraschall im Auge zerkleinert und die einzelnen Fragmente anschließend abgesaugt. Die natürliche Linsenkapsel und der Halteapparat der Linse bleiben dabei vollständig erhalten, sodass die künstliche Linse genau an derselben Stelle positioniert werden kann, an der ursprünglich die natürliche Linse saß. Dieser Eingriff nennt sich Phakoemulsifikation, kurz auch Phako, und bietet ein Höchstmaß an Sicherheit und Effizienz. In unserer Augenpraxisklinik bieten wir darüber hinaus aber auch die Durchführung einer Grauen Star Operation mit dem Femtosekundenlaser, die sogenannte Femto-Cat-OP, an. Dies ist ein hochmodernes Verfahren, bei dem die meisten Operationsschritte mit einem speziellen Femtosekundenlaser durchgeführt werden. Gerne informieren wir Sie, wie dieser spezielle Laser funktioniert und was diese Operationstechnik auszeichnet.
Die Auswahl der richtigen Linsen ist für die spätere Sehkraft und die Lebensqualität des Patienten entscheidend. Speziell nach den individuellen Wünschen und Bedürfnissen muss aus dem breiten Angebotsspektrum dieser künstlichen Linsen (Intraokularlinsen) gewählt werden. Prof. Dr. Marcus Kernt hilft Ihnen in einem ausführlichen Patientengespräch gerne die speziell für Sie passende Linse auszuwählen. Neben der Auswahl der richtigen Linse ist auch die genau Vermessung des Auges besonders wichtig. Wir legen besonderen Wert darauf, ganz besonders präzise Berechnungen der künstlichen Intraokularlinse zu erstellen um ein optimales Ergebnis zu ermöglichen. Zur Berechnung der individuellen Intraokularlinse und zur optimalen Linsenstärke wenden wir die sogenannte Laser-Biometrie an.

Nachstarbehandlung

In der Regel bleibt die nach der Operation ermöglichte Sehkraft dauerhaft bestehen. In bestimmten Fällen kann es jedoch nach einigen Monaten oder Jahren zu einer minimalen Eintrübung der natürlichen Linsenkapsel kommen. Die implantierte Kunstlinse ist davon in keinster Weise betroffen, dieser sogenannte Nachstar kann jedoch für die Betroffenen als störend empfunden werden. Diese minimale Eintrübung lässt sich allerdings mit einem sehr unkomplizierten Lasereingriff, der keine weitere Operation erfordert, problemlos beheben. Die eingesetzte Kunstlinse selbst bleibt auch nach diesem kleinen Eingriff in der Regel dauerhaft klar und gewährleistet aufgrund höchster Qualitätsstandards und jahrelanger Forschung viele Jahre eine optimale Sehkraft für den Patienten.

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Intraokularlinsen für Sie aufgelistet. Sogenannte Monofokallinsen bieten eine sehr gute Abbildungsqualität und werden auch von jeder Krankenkasse erstattet. Durch den Einsatz von Sonderlinsen ist es jedoch zudem möglich Sehfehler und Hornhautverkrümmungen auszugleichen, sodass viele Patienten nach dem Eingriff weitestgehend auf eine Brille verzichten können. Die Multifokalen Intraokularlinsen sind Mehrstärkelinsen, wodurch sich auch Altersfehlsichtigkeiten ausgleichen lassen.

 

Gerne informieren wir Sie detaillierter über dieses Thema.

Die Linsentypen

Monofokale Intraokularlinsen: In den meisten Fällen werden sogenannte Monofokallinsen eingesetzt. Diese sind weltweit anerkannter, medizinischer Standard, zeichnen sich durch eine hohe Abbildungsqualität aus und verfügen zudem über einen UV-Schutzfilter. Mit einer monofokalen Linse lassen sich allgemeine Kurz- oder Weitsichtigkeiten ausgleichen. Es gibt jedoch besondere Fälle von Fehlsichtigkeiten, wie beispielsweise Alterssichtigkeit und Hornhautverkrümmung, für die eine Monofokallinse kein optimales Sehvermögen erzielen kann. In solchen Fällen sind Premium Intraokularlinsen das Mittel der Wahl, da sie sich durch verschiedene Zusatzfunktionen individuell an das Auge des Patienten anpassen und die Sehkraft zusätzlich optimieren können.

Premium Intraokularlinsen

Im Gegensatz zu Monofokalen Intraokularlinsen bieten Premium Intraokularlinsen weitere optische Funktionalitäten und können damit den individuellen Bedürfnissen des Patienten umso besser gerecht werden. Welche Art von Premiumlinse am besten für Sie geeignet ist, bespricht Dr. Kernt gerne in einem ausführlichen Patientengespräch. Im Folgenden haben wir die unterschiedlichen Premiumlinsen für Sie zusammengefasst. Für nähere Informationen kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder über unser Kontaktformular. Wir vereinbaren gerne ein unverbindliches Beratungsgespräch in unserer Praxis.

Asphärische Intraokularlinsen: Die sogenannte sphärische Aberration ist ein optisches Phänomen, dass bei den Betroffenen für Abbildungsfehler, die besonders das Sehen von Kontrasten beeinträchtigen, sorgt. Asphärische Intraokularlinsen korrigieren diese Abbildungsfehler, wodurch die Betroffenen Kontraste wieder besser wahrnehmen können und auch beispielsweise Autofahrten in der Dämmerung kein Hindernis mehr darstellen. Ob eine Asphärische Linse für Sie und Ihr Auge die beste Wahl ist, hängt von verschieden Faktoren ab. So spielen beispielsweise die individuellen Pupillengröße und andere Faktoren eine Rolle. Deshalb sollten Sie sich hierzu in einem persönlichen Informationsgespräch beraten lassen.

Torische Intraokularlinsen: Mit Torischen Intraokularlinsen lassen sich Kurz- bzw. Weitsichtigkeit und darüber hinaus auch besonders gut Hornhautverkrümmungen ausgleichen. In vielen Fällen benötigen Patienten nach dem Eingriff insbesondere für die Ferne keine weiteren Sehhilfen.

Multifokale Intraokularlinsen: Mit Multifokalen Intraokularlinsen ist es möglich, in verschiedene Entfernungen zu sehen. Das bedeutet diese Art von Linse kann Ihnen helfen in vielen Situationen auch ohne Lesehilfe in der Nähe gut zu sehen.  Diese Linsen helfen den Sehkomfort weiter zu verbessern.

“Gelbe” Blaulichtfilterlinsen: Gelb getönte Blaufilterlinsen verfügen neben der üblichen UV-Schutzfilter über eine besondere Filterwirkung gegen kurzwellige Strahlung, der eine schädliche Wirkung auf die Netzhaut nachgesagt wird. In ihrer Filterwirkung sind sie vergleichbar mit der natürlichen Linse eines Erwachsenen. Blaulichtfilterlinsen sind zwar keine Garantie, nicht an bestimmten Netzhautleiden zu erkranken, jedoch sind sie ein Beitrag zum Schutz der Netzhaut und insbesondere zur Vorbeugung sinnvoll. Die gelbgetönten Blaufilterlinsen sind sowohl als monofokale, asphärische, torische und auch als multifokale Intraokularlinsen verfügbar.

Die Diagnostik

3D Katarakt-Analyse/Scheimpflug-Imaging

Die beste Möglichkeit um den vorderen Augenabschnitt darzustellen und zu untersuchen bietet das so genannte Scheimpflug-Imaging. Nur dieses Verfahren ermöglicht eine hochauflösende dreidimensionale Rekonstruktion und genaue Analyse der Hornhaut,  der vorderen Augenkammer, der Regenbogenhaut und der Linse. Durch die umfangreichen Analysetools, die uns hierzu in unserer Praxis zur Verfügung stehen kann mit dieser Methode Ihr Auge und insbesondere der vordere Augenabschnitt extrem präzise vermessen, beurteilt und, betrachtet werden.

Dadurch können speziell Linsentrübungen (Katarakt) und viele andere schwerwiegende Augenerkrankungen frühzeitig und umso genauer diagnostiziert werden. Nur durch die genaue und vor allem frühzeitige Diagnosestellung kann anschließend eine dementsprechend erfolgreiche Behandlung möglich gemacht werden.

Optische Biometrie

Vor einer Kataraktoperation muss im Vorfeld eine genaue Berechnung der individuell benötigten Brechkraft der Linse vorgenommen werden. Dadurch kann bei der Operation ein optimales Linsenimplantat eingesetzt werden. Bei dieser Messung werden mit Hilfe hochmoderner Lasertechnologie unter anderem die Achsenlänge, die Hornhautradien sowie die Vorderkammertiefe präzise ausgemessen.

Bei einer optischen Biometrie wird das Auge nicht berührt und somit sind, im Gegensatz zum Standard-Ultraschallverfahren, keinerlei Betäubungstropfen vonnöten. Ein weiterer Vorteil der optischen Biometrie ist die besondere Zielgenauigkeit der Untersuchung. Dadurch kann die bei Ihrer Grauen Star OP verwendete Intraokularlinse deutlich genauer berechnet werden und so wird auch die postoperative Sehleistung optimiert.